Die Geschichte eines Start-ups namens Greentech bzw. über den Gründer Alexander Krajete…
Seit fast zwei Jahren bemühte ich mich Kooperationspartner, die im Bereich Abfallgasverwertung arbeiten, zu finden. Die Suche begann zunächst in Norwegen und endete im Internet beim Googeln, wo ich im September 2008 rein zufällig auf einen Professor in den USA stieß, der genau auf jenem Gebiet forschte der Greentech (Anmerkung Arbeitstitel) weiter bringen konnte.
Nach einem mehrstündigen interessanten Telefongespräch und dem Gefühl, dass genau dieser Professor für das Projekt Greentech einen wesentlichen Entwicklungsschritt bedeuten würde, überlegte ich spontan in die USA zu reisen. Naja, spontan war es wohl nicht ganz, denn es kamen Gedanken auf, wie ‘Der Flug ist relativ weit und lange, wegen einer kurzen Visite würde sich der gesamte Aufwand kaum lohnen’. Doch im Endeffekt gewann die Inspiration ‘Als Start-up muss man wohl etwas riskieren, um ein Stückchen die Welt zu verändern’ überhand und damit waren auch alle Zweifel verflogen. Noch dazu hatte ich auch die Möglichkeit das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und suchte im Internet nach Hubschrauberausstellungen. Denn Hubschrauber faszinierten mich schon immer. Diese technischen Wunderdinge fliegen in alle Richtungen, vorwärts, rückwärts, seitlich und sie heben sich aus dem Stand. Genau so, dachte ich, sollte man ein Unternehmen führen. Mit Dynamik, Speed und einer ausgewogenen Mischung aus Kurz- und Weitsicht. Fündig wurde ich letztendlich in Anaheim bei Los Angeles. Im Februar 2009 sollten dort die Heliexpo (Anm. weltweit größte Hubschraubermesse) stattfinden.
Ist man nicht ein Mensch, wenn man oft seinen Zweifeln erliegt und das Angenehmere wählt? Irgendwie buchte ich dann doch nur den Flug nach Kalifornien. Warum? Genau genommen weiß ich es nicht, aber ich würde an dem Punkt die Antwort geben, dass ich eine kleine Auszeit von der anstrengenden und herausfordernden Aufbauphase bei der Borealis in Linz nehmen wollte. Also, ging es ab in das Arnie-Land.
Dort angekommen checkte ich als ‘braver’ Start-up meine Mailbox und war überrascht über eine E-Mail des Professors. Er war anscheinend von der Greentech-Idee so angetan, dass er unbedingt mehr darüber wissen wollte. Nach einigen Hin und Her und vielen Helikoptern, hielt es mich nicht mehr in Anaheim und ich bestieg die Maschine in eine weitere hoffnungsvolle Metropole (das Geheimnis wird wohl etwas später gelüftet).
Dort angekommen, war der Klimawechsel enorm. Kein warmer Strand, keine In-N-Out Burger mehr und das Klima erinnerte mich irgendwie an Linz. Jedoch war es eine Stadt mit einer einzigartigen und angenehmen Atmosphäre.
Am selben Abend traf ich den Professor in Begleitung mit seinen zwei Kollegen. Wir gingen Abendessen und plauderten über die Energieprobleme der Welt. Dabei vergingen Stunden über Stunden und ich merkte dabei immer mehr, dass die Greentech-Idee der richtige Ansatz ist.
Am nächsten Morgen ging es ab zur Universität. Auf dem Weg dorthin schaute ich aus dem Fenster und erblickte Orte die Vieles veränderten und Orte, die die Wissenschaft inspirierten. Irgendwie war ich von dem Moment angetan und begann zu träumen. Ich fragte mich, ob es nun der Moment ist, an dem die Greentech-Idee seinen wesentlichen ‘Funke’ erleben wird.
Im Labor angekommen zeigte mir der Professor seinen technologischen Ansatz der Energieerzeugung. Der Anblick und die Demonstration dieses Verfahrens faszinierte mich dermaßen, dass ich sofort beschloss mit ihm eine Partnerschaft einzugehen.
Wir unterhielten uns danach noch stundenlang und es entstanden zahlreiche, weitere Einblicke und Ideen. Schließlich flog ich am späten Nachmittag wieder zurück nach Los Angeles. Mit dem Gefühl, dass dieses Erlebnis der eigentliche Beginn der Greentech-Idee war, denn in den USA konnte somit das neue Energiekonzept im Labor ausgearbeitet werden, während in Österreich die Konstruktion des Demoreaktors erstellt wird.
Diese Begebenheit zeigte mir wieder wie spannend das Leben eines Start-ups ist. Zweifel, Höhen, Tiefen und das Alles für eine Idee, die man verkörpert. Eine Idee, die vieles verändern kann.


