Greentech: Der Weg zur Finanzierung..

greentechlogoEin weiteres Kapitel des Start-up-Tagebuchs von Alexander Krajete (Projekt Greentech) beschreibt die Reise von Norwegen nach Österreich und den steinigen Weg eine Finanzierung für das Projekt zu finden.

Anscheinend war Norwegen nicht der ideale Platz für den Start des Projekts Greentech. Es ist zwar ein Land mit vielen Ressourcen und hohem Kapitalaufkommen, aber sehr konservativ. Und so verliefen viele Finanzierungsgespräche im Sande.

Immer mehr wurde mir damals bewusst, wie schwer es ist, Finanzierungen für Pionierarbeiten aufzustellen. Es war irgendwie frustrierend, wenn man auf der einen Seite eine besondere Idee hatte, aber kein Risikokapital vorhanden war. Naja, ein Leiden wohl vieler Start-ups.

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Mein Auto nach dem Elchtest

In der Zwischenzeit hatte sich auch beruflich einiges getan. Der damalige Mutterkonzern des norwegischen Unternehmens versuchte mich seit Monaten für neue Aufgaben in Linz zu gewinnen. Aber irgendwie war ich davon noch nicht so überzeugt, denn Norwegen ist ein sehr schönes Land und ich hatte mit meinem Projekt eine große Herausforderung vor mir. Andererseits konnte ich aber hier keine Finanzierung aufstellen. Das war damals keine einfache Aufgabe, die richtige Entscheidung zu finden. Von den vielen Gedanken hin und her gerissen, fuhr ich an einem Novembertag von der Arbeit nach Hause. Es war der 23.11.2007. Es war der Tag an dem ich eine Begegnung mit einem 350 kg schweren Elch hatte (Story folgt später einmal) und die Glocken im Himmel läuten hörte. In dem Moment war mir klar, dass die Zeit reif war, Norwegen zu verlassen. Es schien ein Wink des Schicksals zu sein und ich traf eine Entscheidung…

Im Dezember 2007 war es soweit. Ich packte meine Sachen und schloss das letzte Kapitel meiner Zeit in Norwegen. Nach über 5 Jahren im Ausland trat ich meine Reise zurück nach Österreich an. Ich spürte dabei intuitiv, dass es die richtige Entscheidung war.

In den vielen Jahren im Ausland konnte ich viele Erfahrungen und Erlebnisse mitnehmen. Eine Lehre war unter anderem, dass jedes Land seine Eigenheiten hat. So stellte ich fest, dass Amerikaner leicht Begeisterungsfähig und positiv, Norweger zwar ähnlich, jedoch sehr konservativ waren, wenn es um Risikokapital für neue Technologien geht. Österreich hat andere Stärken. Unsere Tugenden sind zweifelsohne Genauigkeit, Tatkraft, besonders stark sind wir in der Umsetzung von Ideen und Konzepten. Daraus ergab sich mein neues Gedankenspiel: ‘Norwegen – das Land der Inspiration, Österreich – das Land der Umsetzung’.

Am Münchner Flughafen nach 1.500 Tagen Auslandsaufenthalt angekommen, war ich gleich voller Tatendrang dem Projekt Greentech ‘Leben einzuhauchen’. Ich hatte das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein und kontaktierte, mit meinen Freund, Dr. G. Steiner, den Tiroler Förderverein für Zukunftstechnologien und präsentierte meine Idee. Leider scheiterte auch dieses Vorhaben, weil kein Businessplan vorhanden war. Wie soll man auch diesen für eine Technologie, die noch keiner kannte, haben? Ich war in einem richtigen ‘Chicken – Egg’ Dilemma.

Ich ging meinen Weg weiter. Nächste Haltestelle war die Salzburger Landesregierung. Dort angekommen, musste ich bald wieder retour, denn man teilte mir mit, dass ‘Die Zukunft in Holz’ liegt. Ein nächster Dämpfer und das ausgerechnet in meiner Heimatstadt. Es war sicherlich eine bodenständige, aber nicht gerade visionäre Aussage.

Schließlich entschloss ich mich, an die oberösterreichische Landesregierung zu wenden, da Oberösterreich in vielen Kreisen als zukunftsorientiertes Bundesland bekannt war. Ein weiterer Motivationsfaktor war sicherlich auch der Artikel in der Zeitung, wo Landesrat Viktor Sigl mit dem Worten ‘Unsere Zukunft ist Forschung’ zitiert wurde und über die Forschungsmilliarden berichtet wurden. Prompt erhielt ich eine freundliche Antwort mit weiterführenden Kontakten, die ich Schritt für Schritt verfolgte.

Im April 2008 waren meine Batterien aber leer. Die unzähligen Absagen in Norwegen und dann im westlichen Österreich hinterließen seine Spuren.

Zugleich hatte ich bei meinem neuen Unternehmen eine überaus komplexe Aufgabe vor mir. Es galt ein 5 Millionen Euro Aufbauprojekt, das terminlich massiv im Verzug war, zu retten. Das war auch gleichzeitig meine Willkommensaufgabe vom Management des Konzerns. Daher blieb auch Anfangs wenig Energie für das visionäre Projekt Greentech.

Zu dieser Zeit passierten zwei entscheidende Dinge für mich persönlich:

1. Ich lernte Großprojekte zu führen.

2. Ich traf zwei geniale Ingenieure, von denen ich viel lernen durfte. Ing. Guenther Erlacher, der mittlerweile in Pension ist, war der langjährige Leiter der Werkstechnik in Linz. Ein genialer Mensch, der offenbar höchste ethische Werte lebte und dessen Ausstrahlung alle Teammitglieder mit Energie überschüttete. Er war ein Mensch der sein Umfeld inspirierte.

Daneben gab es, Herrn Mag. Ing. Michael Benisch, der mittlerweile zum Leiter und Nachfolger der Werkstechnik avancierte. Michael ist ein ebenso einzigartiger Mensch. Von ihm lernte ich die blitzschnelle Umsetzung von Ideen kennen. Noch nie erlebte ich einen so ambitionierten Menschen, der mit einer technischen Minitruppe den gesamten Standort Linz versorgte und gleichzeitig all die neuen Gebäude im Millionenwert entstehen ließ.

Von den Fördergeldern für das Projekt Greentech fehlte jedoch weiterhin jede Spur. Dann trat etwas ein, dass wohl so machem bekannt vorkommt. Wie so oft, wenn man mit anderen Dingen beschäftigt ist, kommt aus dem Nichts ein Gedanke hervor. Ich erinnerte mich an eine E-Mail von Dr. Udo Gennari, der von meinem Doktor-Vater Benno Bildstein und seinen Studienkollegen von meiner Ideen hörte. Ich kontaktierte ihm am nächsten Tag und wir trafen uns im techCenter bei CATT Innovation Management. Nachdem ich ihm das Projekt vorstellte, war er voll auf begeistert und ebnete mir den Weg zu Dr. Richard Ebner, Projektberater bei tech2b, dem Hightech Inkubator. Damit war der entscheidende Schritt für eine mögliche Finanzierung getan.

Mein Greentech-Spruch in Norwegen: Der Weg zum Ziel ist machmal ein steiniger. Manchmal geht es leichter, dann wiederum schneller, in diesem Fall hatten wir einen sehr steinigen Weg.

Fortsetzung folgt!

Greentech Start-up Tagebuch (bisherige Kapitel):