Greentech: Wie alles begann…

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Mit dem Titel ‘Wie alles begann…’ wird das Greentech Tagebuch fortgesetzt und geht zurück in die Zeit, wo und wie die Idee entstand.

Jede Geschichte hat einen Anfang und so auch das Projekt Greentech. Ich erinnere mich noch an April 2007. Es war die Zeit der Jahrhundertstürme in Europa und in Norwegen, wo ich gerade meine Zeit als Forscher verbrachte. Dort wehten heftige Windböen über das Land und es schien sich das Klima zu verändern. Nicht nur hier in Norwegen, sondern auch global.

An dem Tag saß ich in einem kleinen norwegischen Ort namens Telemark im Süden des Landes mit einer Tasse heißem Tee und blickte durch das Fenster auf die Fjorde über die eisige Windstürme wehten. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, solange man in einer warmen Umgebung saß.

So kam es, dass ich meine Aufmerksamkeit den Fachmagazinen widmete und las wieder einmal die „Chemical Engineering News“. Ich weiß, das ist nicht gerade ein alltägliches Magazin, aber es inspirierte mich oft in meinen Träumen Dinge zu verändern. In der neuesten Ausgabe entdeckte ich einen Kurzartikel mit dem Titel „From Waste to Energy“. Er beschrieb wie eine neuseeländische Firma namens LanzaTech ein Verfahren entwickelte aus Abfallgasen der Stahlindustrie Bioethanol zu produzieren. Und genau dieser Ansatz war der Schlüssel, der all meine bisherigen Gedanken in einem Moment zusammenfügte. Es war auf einmal alles so klar. All meine Überlegung über Monate hinweg, all meine fehlenden Puzzlestücke, fügten sich nun zu einem Gesamtbild zusammen. Ich erkannte, dass es möglich war, durch bio-chemisches Verfahren eine wesentliche CO2-Reduktion in der Industrie zu erreichen. Ein Weg, der nicht nur zu einer Verbesserung der globalen Energieeffizienz führen würde, sondern auch das Potential hatte CO2 in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.

Wer würde an dieser Stelle nicht gerne weiter träumen und an besondere Geschichten denken. Aber Träume sind manchmal auch Schäume. Somit war es an der Zeit Träume in Ideen umzuwandeln, und aus Ideen entstehen Taten.

CO2 war für mich kein unbekanntes Terrain. Seit meinem Postdoktorat an der UC Berkeley in den USA setzte ich mich intensiv mit dem Thema auseinander, und meine ersten Begegnungen mit bio-chemischen Verfahren hatte ich bei der Firma Genentech, ein namhaftes Biotech Unternehmen, welches mich im Februar 2004 als erste Firma zu einem Jobinterview einlud und fast auf Anhieb als Pharmaceutical Quality Control Spezialisten einstellte. Und das Rüstzeug für das Thema Energieträger lernte ich hier durch meinen Aufenthalt im erdgas- sowie erdölreichen Norwegen kennen.

Mit all diesem Wissen und der klaren Idee vor Augen stellte ich eine Präsentation zusammen, die ich meinen norwegischen Kollegen vorstellte. Die waren so begeistert, dass sie es als eine unglaublich „revolutionäre“ Idee sahen und meine Erkenntnis bestätigten. Voller Enthusiasmus machte ich mich auf die Suche nach Kooperationspartnern für die Umsetzung des Konzepts. Meine Reise führte mich zu vielen namhaften Erdölkonzernen und internationalen Unternehmen. Dort musste ich feststellen, dass Forschung und Business manchmal zwei verschiedene Welten sind. Das Interesse war zwar groß, aber ich fühlte mich nicht verstanden und die Dinge wurden oft auf die lange Bank geschoben.

Große Befürchtungen gab es vor allem, dass dieser neue Ansatz andere bereits etablierte Technologien ins falsche Licht rücken könnte. Dies war eine Meinung vieler Chief Scientists Ich ließ mich jedoch durch so manche Hindernisse nicht unterkriegen. Im Gegenteil, ich nahm die Herausforderung an und argumentierte vehement in Richtung Zielhaftigkeit der Aufbaureaktion, die dem pflanzlichen Stoffwechsel helfen würde. Ohne in weitere Details zu gehen, muss ich zugeben, dass ich zum damaligen Zeitpunkt oftmals alle Gefühlsebenen von Glück bis zur herben Enttäuschung innerhalb weniger Stunden und Tage erlebte.

Wahrscheinlich waren gerade dieses Wechselbad der Gefühle und die damalige angekündigte Ausgliederung der norwegischen Firma aus dem Gesamtkonzern genau die richtige Motivation meinen innovativen Ansatz weiterzuführen und die Menschen davon zu überzeugen.

So ging ich meinen Weg weiter. Der festen Überzeugung einen Partner zu finden, der diese Idee gemeinsam mit mir umsetzt…

[ Nächster Teil am 16. Juni: Der Weg zur Finanzierung ]