Interview mit den Gründern von e-fis. Ein Start-up aus der Ideenwerkstatt des Transferzentrums für Unternehmensgründung der FH OÖ.
Gründer: Gabriele Adam und Walter Steiger
Branche: Lebensmittel und artverwandte Dienstleistungen, Informationssysteme
Zielmärkte: EU
Kurzprofil:
e-fis ist ein Informationssystem für alle im Handel erhältlichen Lebensmittel. Einheitliches Erkennungsmerkmal von Lebensmitteln ist der Strichcode (später ev. RFID/NFC). In der e-fis-Datenbank werden sämtliche Lebensmittel der EU mit allen Inhaltsstoffen aufgelistet. Durch Scannen des Strichcodes werden die Informationen zum Lebensmittel aus der Datenbank abgerufen und benutzerfreundlich ausgegeben.
Wie seid ihr auf das/die Produkte gekommen?
Sozusagen als Betroffene. Einkaufen mit einer Lactoseintoleranz ist nicht leicht. Schon das einfache „nur lesen“ der Inhaltsstoffe macht einen Einkauf langwierig. Deshalb greift man lieber zu den gut bekannten Lebensmitteln. Aber auch da kann es passieren, dass Inhaltsstoffe sich ändern.
Was ist das Besondere (das Neue) an eurem Produkt?
Lebensmittelkennzeichnung und Information für den Konsumenten ist ein wichtiges Thema. Mit e-fis kann das Kennzeichnungsproblem gesamtheitlicher als mit einer möglichen Ampelregelung gelöst werden. Außerdem ist e-fis individuell und kann für spezifische Benutzer- und Anspruchsgruppen differenziert angewandt werden. Was den Einen interessiert ist für einen Anderen vielleicht ganz unwichtig. Mit e-fis erhält jeder Benutzer seine individuell gewünschten Informationen, egal ob Inhaltsstoffe, Herkunft Kalorien oder Bio.
Was bedeutet das Produkt für den Markt?
Neben den Informationen für den Konsumenten besteht erstmals auch die Möglichkeit des direkten Kunden-Feedbacks an den Hersteller. Bis jetzt können Produzenten und Händler auf die Wünsche der Konsumenten kaum eingehen, weil sie diese nicht adäquat abbilden können. Mit e-fis kann sich die Lebensmittelproduktion von einem push- zu einem pull-Markt ändern.
Was glaubt ihr, sagt die Konkurrenz zu eurem Produkt?
Eine allfällige Konkurrenz für das neue Produkt wird integriert und darf partizipieren – beispielsweise «weight watchers». Die Vorarbeiten für dieses Projekt sind sehr umfangreich und aus den verschiedensten Bereichen. Neben den heutigen Ansprüchen der Informationstechnologie müssen vor allem medizinische, juristische, marketingkonforme und technisch ausgereifte interdisziplinäre Konzepte erstellt werden. Im Rahmen der Qualitätssicherung findet eine kontinuierliche e-fis-Weiterentwicklung statt. Dabei wird sich e-fis im Besonderen an den neuen oder sich ändernden Kunden- sowie Konsumentenbedürfnissen orientieren.
Wie seht ihr die Zukunft von eurem Unternehmen?
Die Anforderungen von e-fis können heute mit den marktverfügbaren Technologien erfüllt werden und somit den Nutzen für den Konsumenten/Kunden darstellen. Die bisher verfügbaren statistischen Bücher und Listen werden durch echtzeitrealisierte Zugriffsformen abgelöst, was einen weiteren Mehrwert erzeugt. Der Lebensmittelhandel kann mit diesem Instrument seiner Informationsverpflichtung besser nachkommen – zum Nutzen der Konsumenten, zur Verbesserung seines Images. e-fis hat eine große Zukunft vor sich. Entsprechend heutiger Portallösungen im Einzelhandel, die allen Konsumenten geläufig sind, ist mit keinen technischen Hürden zu rechnen, sodass die Nutzbarkeit von e-fis sich auf den gesamten EU-Raum ausbreiten sollte.


